1. Dezember 2022

Das Wetterstationsforum

Im Wetterstationsforum, dem Platz für alle wetterbegeisterten Hobbymeteorologen, erhält man auf alle Fragen zu Wetterstationen eine Antwort.

Hier mal ein Post von mir zur Inbetriebnahme meiner Wetterstation:

Hallo Wetterstationsfreunde,

kurz zusammengefasst bin ich mit der Auswahl der HP1000SE PRO Ultrasonic von Froggit/Ecowitt, ihrer einfachen Inbetriebnahme und der Funktion, sehr zufrieden. 

Seit 2006 betrieb ich eine Irox Funk Wetterstation PRO-X USB. Aufgrund des Alters und der Ersatzteilsituation war die Station nunmehr zu ersetzen. Dadurch hatte ich den Vorteil, dass alle Aufstellplätze und Befestigungsmöglichkeiten für die verschiedenen Wettersensoren ausnahmslos vorhanden waren.

Doch nun etwas ins Detail. Den Innenraumsensor mit Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftdruck benutze ich im Außenbereich für eine normgerechte Außentemperaturerfassung in 2m Höhe über kurzem Rasen. Er hängt geschützt in meiner Wetterhütte. Der Batteriedeckel hat keine Dichtungen und wird hinten nur aufgesetzt und eingerastet. Kanalschalter hat er nicht und wird immer als Innenraumsensor erkannt. Auf dem Ecowitt-Server lässt sich seine Bezeichnung beliebig ändern, auf dem Display der Wetterstation nicht.

Einen richtigen Außentemperatursensor, den WH32 bestellte ich mir bei Ecowitt. Wird also noch etwas dauern, bis ich weiß ob er an der Station richtig erkannt wird und funktioniert. Es gibt dann ja 2 Außentemperatursensoren und die Station muss sich einen davon aussuchen. Parametrieren lässt sich da nix. Die Aussage „im Netz“ über den Vorrang dieses Außentemperatursensors wird vom Froggit-Service verneint. Bin mal gespannt wer rechthat. Froggit hätte nicht vor, einen solchen Sensor ins Angebot zu nehmen, so der Servicemitarbeiter.

Der Kombisensor misst bei mir auf einem 10m Alu-Teleskopmast. Bei seinem Zusammenbau sind mir 2 Kleinigkeiten aufgefallen. Das Armrohr wird vertikal in den Befestigungsfuß aus Plastik mit den U-Bügeln gesteckt und mittels Maschinenschraube gesichert. Diese lässt sich zwar fest anziehen, aber das Armrohr wackelt noch lustig hin und her. Es entsteht keine Klemmung. Das wird oben im Wind nicht lange halten und führt zu Meßfehlern. Eine Lage glattes Kunststoffisolierband vorher um das untere Armrohrende geklebt hat das Problem gelöst.
Die 2. Sache betraf das Batteiefach. Es gibt nur ein sehr dünnes Dichtungsgummi. Schon beim Aufschrauben bemerkte ich, dass es an einer Stelle schon herausstand und gequetscht war. Beim Einsetzen des Deckels gab ich mir alle Mühe aber man konnte schon sehen, dass der sehr dünne Dichtungsring nicht überall in der Nut blieb. Auch ein dünner Silikonölfilm als Gleithilfe brachte keine Besserung. Der Deckel hängt fest (Federscheibe innen) an einer Schraube. Diese Konstuktion lässt ein gefühlvolles Einsetzen nicht zu. Es ging nicht anders, die Schraube wurde festgezogen und mit ihr der Deckel in das Gehäuse geschoben. Auf die erhebliche Dicke des Deckels hätten problemlos 2 Nuten mit ordentlichen Dichtringen gepasst. Habe dann mit Silikonmasse die umlaufende Fuge gesichert und damit das Problem gelöst.

Die Heizung schloß ich nicht gleich mit an. Da die Winter bei uns in Norddeutschland keine mehr sind, werde ich erstmal schauen wie es läuft mit der Ultraschallwindmessung. Es wird nirgendwo Näheres beschrieben, auch die benötigte Versorgungsspannung wird nicht angegeben. Ein abgebildeter USB-Stecker (nicht im Lieferumfang), ein sehr dünnes Kabel mit kleinem 2-poligen Stecker lässt auf 5V und kleine Leistung schließen. 

Heute haben mehrere kräftige Schnee- und Graupelschauer der Messung nichts anhaben können.

Mit dem „dp30-multi-kanal-temperatur-funksensor-mit-wasserfestem-kabelfuehler“ messe ich die Temperatur im Teichwasser. Der Sensor muss wie der Innenraumsensor trocken aufgestellt werden. Er hat ebenfalls keine Dichtung im Batteriefachdeckel. Der Kanalschalter steht auf Kanal 1 und kann hier noch geändert werden. Wasserdicht ist nur der Fühler. Er ist sehr empfindlich und stellt sich fast augenblicklich auf die Wassertemperatur ein. Der Sensor hängt in einer dicken Plastiktüte geschützt im geräumigen Filterschacht des Teiches unter Holzbohlen unterhalb des Erdniveaus.

Die Funkreichweite der Sensoren zur Basis ist ausgezeichnet. Vom 10m-Mast geht es durch Dachziegel, Holzboden und Betondecke ins Wohnzimmer im Erdgeschoß. Alle Sensoren haben volle Balkenzahl in der Anzeige.

Zuerst wurden alle Sensoren mit Batterien bestückt und Installiert. Danach wurde das Netzteil der Basisstation eingesteckt. Es fällt sofort das kontrastreiche helle Farbdisplay positiv auf. Die Sensoren verbanden sich mit der Basis innerhalb weniger Sekunden. Wenn man der Basis mal den Strom wegnimmt, gelingt das Wiederfinden der Sensoren immer wieder gleich schnell.

Was bleibt noch zu sagen? Einheiten einstellen, Standort eingeben (Kompass vom iPhone benutzt, hier ist auch die Höhe über NN zu sehen) und die Station ins heimische WLAN einbinden. Das WLAN wird sofort angeboten, Name und Passwort eingeben, fertig. Die Systemaktualisierung ging bei mir nur mit einem 500MB FAT16 formatierten Speicherchip. Wenn die Aktualisierung nach dem Einstecken der SD-Karte nicht sofort alleine anläuft, ist was faul. Der 32GB Chip mit FAT32 Formatierung lief nur am Computer. Die Einbindung der Station in die Wetterserver gelingt sofort, wenn man nach Beschreibung handelt. Meine Station ist in Ecowitt, Wunderground und Weathercloud zu sehen. Einfach und wie ich finde sehr praktisch.

Noch ein Wort zum Luftdruck. Je höher man über dem Meeresspiegel (NN) wohnt, desto geringer ist der Luftdruck! Der heißt dann absoluter Luftdruck. Der relarive Ludtdruck ist für alle der interessante Luftdruck, der ist in der Regel also immer höher als der absolute. Man sieht soviele falsche Werte bei den Stationen im Netz. Viele Barometer-Apps z.B. „Barometer“ fürs iPhon geben die Drücke zusammen mit der Höhe des Standortes ausreichend genau an.  

Wie ich hoffe hat der eine oder andere Wetterstationsinteressierte eine Anregung oder Bestätigung gefunden. Schreibt mich gerne an, falls ich noch etwas vergessen habe, wenn Ihr einen Fehler findet oder wenn Ihr noch eine Frage habt.

Gruß Gerd

Nachtrag

Eine zur Inbetriebnahme fällige Softwareaktualisierung erwähnte ich noch nicht. Die Wetterstation verfügt intern über 2 Systeme. Vereinfacht gesagt ist das eine System die Stationssoftware und das zweite System die Internetsoftware. 
-Die Stationssoftware vom Hersteller Ecowitt kümmert sich um die Erfassung der Wetterdaten von den Sensoren, deren Parametrierung und Darstellung auf dem Kosolendisplay. Sie stellt die Daten dann für die Internetsoftware bereit. 
-Die Internetsoftware mit dem implementierten WLAN-Chip kümmert sich um die Anbindung der Station an das heimische WLAN-Netz. Hat dieses einen Internetzugang kann die Wetterstation die Wetterdaten an die vorgesehenen Wetterserver schicken (Anmeldeprozedere siehe Bedienungsanleitung). Dadurch erhält man über einen beliebigen Webbrowser und Apps wie „WS View“ vom Smartphone oder Pad aus Zugang zu seinen Wetterdaten. Die Internetsoftware der Station und die App „WS View“ sind ein Produkt von „Weather Underground“ als IBM und Co.

Wichtig ist hier, dass man über die App „WS View“ die Internetsoftwareaktualisierung der Station anstoßen kann. Auch für meine aktuelle Station V2.0 gab es eine solche Softwareaktualisierung. Mit der App kann man im heimischen WLAN nach einer kompatiblen Station – EasyWearher-WIFIE121 – suchen und einbinden. Gleich darauf wird die Aktualisierung automatisch angeboten. Nach der Bestätigung dauert es nur Sekunden und auch die Internetsoftware der Station ist auf dem neuesten Stand. Danach bleibt in der App die Seite EasyWearher-WIFIE121/Device List/Upload leer; wahrscheinlich bis mal wieder eine Aktualisierung notwendig wird. Man kann auf der Seite dann noch das Upload Interval in min einstellen und zum Ecowitt-Server navigieren.

Ergebnis der Aktualisierungen zu finden unter Einstellungen/Betriebseinstellungen/Displayinformationen
Model: HP1000SE-PRO
Hardware-Revisionsnummer: V2.0
Firmware-Revisionsnummer: Pro_V1.6.9
WiFi-Firmware: EasyWeatherV1.5.7

Eine Bluetooth-Anbindung der Wetterstation ist nicht implementiert. Was möglich ist geht über WIFI.

Zum Schluß einige Worte zur Datensicherheit. Die Wetterverlaufsdaten kann man ohne Internet über die Sicherung auf einer SD-Karte auslesen. Ansonsten lässt sich die komfortable Möglichkeit nutzen, die Daten auf die Wetterserver upzuloaden. Auf den Servern werden die Wetterdaten fein zum mobilen Abruf aufbereitet. Sicherheitseinstellungen beachten (z.B. Ecowitt nur privat oder für alle, Vorsicht, wenn die Daten von Innenraumsensoren zu sehen sind u.a.m.). 
Die Wetterstation ist im Heimnetz nicht unsicherer wie alle anderen angekoppelten Geräte (Computer). Die Firewall im Internetrouter sollte gut parametriert sein und für die Sicherheit sorgen. Absolute Sicherheit ist eine Illusion. Viel sicherer ist man, wenn man den Netzwerkstecker zum Internet zieht. Aber auch da gibt es noch Angriffsmöglichkeiten auf das Heimnetz und seine einzelnen Geräte.

Allen Neueinrichtern von WIFI-Wetterstationen wünsche ich nun Erfolg und Freude bei der Wetterbeobachtung!